Feiertagsgrüße und Jahres-Highlights
Liebe Leserinnen und Leser,
das Jahr neigt sich dem Ende zu. Für uns vom Beckmann Verlag war es wieder ein spannendes Jahr. Wir als Redaktion KommunalTechnik bedanken uns bei allen, die wir besuchen konnten und die uns Einblicke in ihren Arbeitsalltag gegeben haben. Wir Redakteure lernen bei jedem Besuch dazu. Lesen Sie unsere persönlichen Highlights aus der KommunalTechnik-Redaktion.
Wir freuen uns auf das nächste Jahr mit Ihnen! und wünschen Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr!
Ihre Redaktion KommunalTechnik und der gesamte Beckmann Verlag
Bauhof Neubau
Mein Highlight war der Besuch des neuen Bauhofs der 30.000-Einwohner-Stadt Burgdorf. In 18 Monaten wurde dieser vom ersten Spatenstich bis zum Einzug gebaut – und somit sogar drei Monate früher fertig als ursprünglich geplant! Für die 58 Mitarbeitenden stehen nun Aufenthalts- und Sozialräume des neuesten Standards zur Verfügung. Die Fahrzeuge werden in modernen Fahrzeughallen (kalt und warm) abgestellt. Eine neue Soleanlage, sowie ein überdachter Waschplatz mit mehre-ren Plätzen ergänzen den Neubau. Das Energiekonzept u. a. mit Wärmenutzung aus der benachbarten städtischen Kläranlage ist sehr durchdacht. Der gesamte Bauhof lässt sich inkl. Schließanlage und Beleuchtung smart steuern. Was mir die Verantwortlichen beim Vor-Ort-Besuch gesagt haben: Wichtig sei es, die Mitarbeiter bei der Planung früh einzubeziehen – so wüssten z. B. die Wertstattmitarbeiter am besten, wie die Werkstatt optimal eingerichtet werden sollte. Im Falle der Stadt Burgdorf ist dies anscheinend sehr gut gelungen! Die Reportage dazu finden Sie übrigens in der KommunalTechnik Ausgabe 4/2025 ab Seite 12.
Björn Anders Lützen
Ungeahnte Potenziale
Kaum ein Thema ist im ablaufenden Jahr so ins Bewusstsein gedrungen, die die Künstliche Intelligenz (KI). Chat GPT kennt inzwischen fast jeder, das Internet ist mit KI-Videos geflutet und nahezu im Wochenrythmus kommen neue KI-Modelle hinzu. Das KI-Anwendungen auch in der Stadtreinigung einiges an Potenzial besitzen, konnte ich bei der Stadtentsorgung Potsdam (STEP) erfahren. Der kommunale Entsorgungsbetrieb war auf der Suche nach einem System, mit dem sich die Sauberkeit im öffentlichen Raum messen lässt. Die Verantwortlichen stießen auf das System Cortexia das mit Hilfe von Kameras an Kehrmaschinen alle Verunreinigung auf Straßen und Wegen erfasst. Mit Hilfe von KI-Tools werden nicht nur die einzelnen Abfallfraktionen detektiert, sondern auch Verschmutzungshotspots identifiziert. Daraufhin haben die Verantwortlichen die Reinigungspläne so optimiert, dass nicht nur die Hotspots häufiger und weniger verschmutzte Bereiche seltener gereinigt werden. Das führte zu einigen Kosteneinsparungen, weil bedarfseffizienter gereinigt und auch der Verschleiß minimiert wird, weil Kehrbesen nur noch dort mit dem vollen Anpressdruck gefahren werden, wo es auch erforderlich ist. Ein gelungenes Beispiel für die Möglichkeiten der KI in der Stadtreinigung.
Stephan Keppler
Stadt voller Bäume
Bäume machen einen Unterschied – sowohl fürs Klima wie auch fürs Wohlbefinden! Das ist mir wieder einmal deutlich geworden, als ich im Frühjahr für eine Reportage ins schöne Darmstadt gereist bin. Dort habe ich mich mit einigen Verantwortlichen aus dem Grünflächenamt getroffen, um zu erfahren, wie in Darmstadt mit dem Thema Stadtbaumbewässerung umgegangen wird. Beeindruckt hat mich zum einen die augenscheinlich tolle Zusammenarbeit innerhalb des Grünflächenamtes und das konstruktive Vorgehen, aber zum anderen auch, wie hoch das Thema Stadtbäume in Darmstadt aufgehängt ist. Junge Bäume sollen einen bestmöglichen Start bekommen und Altbestände möglichst erhalten bleiben. Zum Einsatz kommen hier neben konventioneller Bewässerungstechnik auch fortschrittliche Bodensensoren zur Feuchtemessung wie auch Baumtankstellen. Der wunderschöne historischen Platanenhain, der drohte abzusterben, wurde sogar mit einem unter-irdischen Bewässerungssystem ausgestattet.
Mirja Schmatzler
Erleichternd
Die Begegnungen in der kommunalen Branche sind das ganze Jahr über immer wieder spannend. Besonders begeistert hat mich in diesem Jahr ein Besuch bei der Stadt Höxter. Hier wurde unter anderem die Spielplatzkontrolle digitalisiert. Und ich muss zugeben: Mir war überhaupt nicht bewusst, wie viel im öffentlichen Bereich noch mit Papier und mit Aktenordnern gearbeitet wird. Das ist dann wohl damit gemeint, dass Deutschland bei der Digitalisierung hinterher hängt. Besonders bitter war in Höxter, dass nach erfolgreicher Digitalisierung vor ein paar Jahren wieder zu den Aktenordnern zurückgekehrt werden musste, weil die zuständige Fachkraft gekündigt hatte und keine Nachfolge in Sicht war. Auch der Fachkräftemangel ist ein allgegenwärtiges Problem, das in den kommenden Jahren noch größer werden wird. Umso besser, dass in Höxter mit Christopher Rogmann wieder ein GIS-Beauftragter tätig ist, der die Digitalisierung bei der Stadt vorantreibt. So ist die Spielplatz-kontrolle nur einer von immer mehr Bereichen, die in Höxter digitalisiert wurden und werden und das Arbeitsleben der betref-fenden Mitarbeiter erleichtern.
Carmen Carl
Mehr Friedhofsleben
Es gibt genug Friedhöfe, die man am liebsten sofort wieder verlassen möchte. Nicht nur, weil Trauer oft schwer zu ertra-gen ist, sondern auch deshalb, weil sie steril, einheitlich und unpersönlich angelegt sind - beispielsweise aus immergrünen Hecken, Grabstätten mit Stein und Kies sowie Pflasterungen. Aber es gibt auch Friedhöfe, die neben dem Tod viel Leben bieten – zum Beispiel, weil sie aufgelockert sind durch besondere Biotope. Einen solchen lebendigen Friedhof habe ich in Essen „Am Hellweg“ bei einer Reportage kennengelernt (s. Seite 16 - KT 6/2025). Er hat dank der Altbaumbestände schon seit vielen Jahren einen großen Erholungswert für die Besucher. Seit dort 2019 auch Blühwiesen auf 1 ha Fläche angelegt wurden, sind der Erho-ungswert und die Biodiversität weiter angestiegen. Mir hat der Essener Friedhof sehr gut gefallen und ich würde mir wünschen, dass solche Projekte häufiger umgesetzt würden. Nicht nur Trauernde und Besucher profitieren dann vom Erlebnis der Farben- und Strukturvielfalt, sondern auch Vögel, Insekten und Kleintiere lieben diese grünen Oasen in urbanen Bereichen.
Birgit Greuner
Gemeinsam effizienter
Für viele Gemeinden ist der Unterhalt des Straßen- und Wegenetzes eine finanziell schwere Bürde – und der Investitionsstau mittlerweile sehr groß. Ob sich daran speziell auf Gemeindeebene durch die von der Bundesregierung angekündigten 500 Mrd. € Infrastrukturhilfe des Bundes wirklich etwas gravierend ändert, wage ich nicht zu prognostizieren. Doch selbst, wenn es ein signifikanter Teil dieses Geldes an Länderkassen, Bahn und Brücken vorbei auf die kommunale Ebene von 10.000 Gemeinden schafft, bleibt das Thema eine Herausforderung. Vor diesem Hintergrund fand ich meinen Besuch beim Wegezweckverband Bad Segeberg sehr spannend, der nicht nur für den Landkreis, sondern auch für seine über 90 Gemeinden wesentliche Aufgaben übernimmt, u. a. in der Straßenunterhaltung und der Begleitgrünpflege. In dieser Symbiose profitieren alle: der WZV von guter Auslastung und die Gemeinden von vergleichsweise geringen Kosten. Den Bericht dazu finden Sie in dieser Ausgabe – ich wünsche erkenntnisreiche Lektüre!
Jens Noordhof
Tiefer Einblick
Mein Jahres-Highlight 2025 war eindeutig die demopark! Denn hier passt einfach vieles. Gemeinsam mit der GaLaBau geben diese beide Messen die Struktur für Innovationen. Im Beckmann Verlag sind wir bei der demopark sogar noch ein bisschen näher dran. Denn gemeinsam mit unseren Zeitschriften KommunalTechnik, LOHNUNTERNEHMEN und FESTMETER sind wir Teil der Jury beim Neuheiten-Wettbewerb. Diesen richten wir zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verlagen aus und decken dabei das gesamte Spektrum der Messe ab. Es ist eine Grundaufgabe für Fachjournalisten, immer auf dem Laufenden zu sein. Aber so einen tiefen Einblick bekommt man selten. Mein Jahres-Highlight 2026? Wahrscheinlich die GaLaBau!
Johannes Hädicke